Vorstellung

gasgroup - Arbeitsgemeinschaft Gas

Die gasgroup wurde ursprünglich als „Arbeitsgemeinschaft kommunaler WINGAS-Bezieher“ von Kunden der WINGAS GmbH & Co. KG gegründet und besteht aus Gasversorgungsunternehmen, die vorwiegend aus einem kommunalen Umfeld stammen. Allerdings haben sich im Laufe der Jahre die Rahmenbedingungen stark verändert. So führte die Entwicklung der Gaswirtschaft auch zu einer Neuausrichtung der Arbeitsgemeinschaft; weg von der Konzentration auf einen historischen Vorlieferanten, hin zu einer lieferantenunabhängigen Orientierung im Markt.

Als Arbeitsgemeinschaft Gas widmet sich die gasgroup eben jenen Themen in Beschaffung und Vertrieb, welche nunmehr die Marktrolle der Lieferanten im liberalisierten Gasmarkt bestimmen. Die Erfahrungen der gemeinsamen Vergangenheit und die vielfältigen Herausforderungen der Zukunft verbinden alle Unternehmen in der Gasversorgung.

Zukunftsthemen heute behandeln

Alle reden von Strom, wir reden von Gas. Mehr als 50% des deutschen Energiebedarfs entfällt auf die Erzeugung von Wärme; ob im Privathaushalt oder der Industrie, im Bereich der Wärmeerzeugung ist Erdgas nicht wegzudenken. Gas ist Wärme. Aber ist es wirklich nur eine Brückentechnologie?

Im Vergleich der Energieträger lässt das Zukunftsthema Gas von jeher die Stellung vermissen, die es verdient. Die Einsatzmöglichkeiten neben der reinen Wärmeerzeugung sind vielfältig und erprobt: Es dient der flexiblen Erzeugung von Strom, ohne die jede Form der Energiewende undenkbar ist. Auch die Mobilität kann von Gas profitieren. Sei es als klassisches Erdgas oder regenerativ als Biogas. Und sauberer und klimafreundlicher als Kohle ist es allemal. Mit Gas als Energieform ist die Zukunft schon heute, denn anders als Ökostrom lässt es sich schon jetzt speichern und die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme kann weitergenutzt werden. Ein flächendeckendes Gasnetz besteht in ganz Deutschland.

Kernstücke der Liberalisierung der Energiemärkte waren und sind die Lieferanten. Doch reicht es auch als kommunales Unternehmen nicht mehr, nur die Daseinsvorsorge im Auge zu behalten. Speziell Stadtwerke und regionale Versorger sind Dienstleister für alle Fragen der Energie geworden. Und der Druck am Markt nimmt zu. Wollen Sie auch in Zukunft im Wettbewerb bestehen? Bieten Sie allen Letztverbrauchern die Produkte, die zu ihnen passen? Die gasgroup bietet eine Orientierungshilfe, sie ist Plattform für den Austausch zu aktuellen und kommenden Themen.

Alle reden von Diversifizierung. In der Beschaffung, im Absatz, den Energieträgern der Zukunft und in der gesamten Energiewirtschaft. Die gasgroup Arbeitsgemeinschaft Gas redet mit!

Innenansicht und weitere Informationen

Die gasgroup besteht derzeit aus 17 Unternehmen die insgesamt jährlich rund 25 TWh Gas an Endkunden absetzen. Die Mitglieder treffen sich regelmäßig in vierteljährlichen Sitzungen in Köln. Die Arbeitsgemeinschaft dient als Plattform zum Informationsaustausch, gerade für Stadt- und Regionalwerke und ihre Positionierung im Wettbewerb. Dabei werden sowohl energiewirtschaftliche als auch regulatorische und juristische Themen abgedeckt. Es steht nicht mehr ein einzelner Vorlieferant im Fokus, sondern Aspekte wie Bezugsdiversifizierung am Virtuellen Handelspunkt, Bilanzierungsoptimierung und andere bezugs- und vertriebsrelevante Entwicklungen in den Marktgebieten GASPOOL und NetConnect Germany bestimmen die Tagesordnung.

Wir legen Wert auf eine heterogene Gruppe, mit Unternehmen aller Größen und aus allen Regionen Deutschlands, die sich neueren Entwicklungen nicht verschließen. Die Arbeitsgemeinschaft wird inhaltlich von den Beratungsunternehmen BBH und enervis energy advisors GmbH unterstützt. Die Verteilung der entstehenden Kosten erfolgt einfach und zugleich fair gestaffelt nach Höhe des aktuellen Gasabsatzes eines Unternehmens. Synergieeffekte bei der Beschaffung von Beratungsleistungen sind bei uns ausdrücklich erwünscht.

Tradition haben in der Arbeitsgemeinschaft vor allem die turnusmäßigen Treffen, die in der gasgroup fortgesetzt werden. Diese Treffen dienen neben dem Erfahrungsaustausch gerade auch dem Aufgreifen aktueller Entwicklungen am Markt. Erfahrungsgemäß stoßen unsere projektbezogenen oder temporären Arbeitsgruppen, wie z. B. die Arbeitsgruppe "Strukturierte Beschaffung", auf rege Teilnahme der Mitglieder. Die Vergangenheit hat einen wachsenden Bedarf (insbesondere auch kommunal verankerter) Lieferanten zur Diskussion von Vertriebs- und Netzthemen gezeigt. Eine strukturelle und thematische Öffnung der Arbeitsgemeinschaft Gas wird diesen Wunsch nach Möglichkeiten zum Austausch auch in Zukunft erfüllen können. Veränderungen am Markt betreffen niemals nur Sie - Ihr Thema ist Thema aller Teilnehmer der Arbeitsgemeinschaft Gas.

 

Ihre
gasgroup
– arbeitsgemeinschaft gas

Obleute und Ansprechpartner

Obleute der Arbeitsgemeinschaft

Ansprechpartner

Obmann Dipl.-Ing. Alfred Würzinger

Geschäftsführer der Energie- und
Wasserversorgung Bünde GmbH
 

WWW: www.ewb.aov.de

Ansprechpartner

Stellvertretender Obmann
Peter Krämer

Geschäftsführer der
Stadtwerke Weinheim GmbH

WWW: www.sww.de

Ansprechpartner

Stellvertretender Obmann
Dipl.-Kaufm. Andreas Häntzschel

STAWAG Stadtwerke Aachen Aktiengesellschaft
 

WWW: www.stawag.de

Weitere Ansprechpartner

Ansprechpartner

Dr. Olaf Däuper

Rechtsanwalt, Becker Büttner Held

BBH Berlin, Magazinstraße 15-16, 10179 Berlin

E-Mail: info@gasgroup-arge.de
WWW: www.beckerbuettnerheld.de

Mitglied werden

Logo gasGROUP - arbeitsgruppe gas

Kontakt für Neumitglieder

Haben Sie Interesse an einer Teilnahme in der gasgroup oder Fragen bezüglich unserer Arbeitsgruppe?

Die Arbeitsgemeinschaft Gas freut sich jederzeit über neue Mitglieder. Schreiben Sie uns: info@gasgroup-arge.de.

Veranstaltungen

Nächste Mitgliedersitzung der gasgroup

Schwerpunkt: Digitalisierung in der Energiewirtschaft

am 05.09.2018, 10:30 Uhr bis 15:30 Uhr, bei Becker Büttner Held, Agrippinawerft 26-30, 50678 Köln

Die Sitzung wird wie gewohnt durch einen Marktüberblick von enervis und einen rechtlichen und regulatorischen Überblick von BBH abgerundet.

Einzelheiten zum Sitzungsablauf finden Sie in anliegender Tagesordnung.

Informationen für Teilnehmer und Interessierte

Vergangene Veranstaltungen

Mitgliedersitzung der gasgroup - Arbeitsgemeinschaft Gas am 20.06.2018

Schwerpunkte: L-Gas und Versorgungssicherheit“


Mitgliedersitzung der gasgroup - Arbeitsgemeinschaft Gas am 21.03.2018

Schwerpunkte: LNG und „Gasflatrate“


Mitgliedersitzung der gasgroup - Arbeitsgemeinschaft Gas am 06.12.2017

Schwerpunkte: Gasbeschaffung 2018


Mitgliedersitzung der gasgroup - Arbeitsgemeinschaft Gas am 27.09.2017

Schwerpunkte: Handelsplätze, Produkte und Preisschirme


Mitgliedersitzung der gasgroup - Arbeitsgemeinschaft Gas am 07.06.2017

"Trends im Gas- und Wärmemarkt global"


Mitgliedersitzung der gasgroup - Arbeitsgemeinschaft Gas am 08.03.2017

Schwerpunkte: Infrastruktur für die Energiewende und Wärmewende


Mitgliedersitzung der gasgroup - Arbeitsgemeinschaft Gas am 09.11.2016

"Die Wärmewende und die Zukunft von Gas im Wärmebereich"


Mitgliedersitzung der gasgroup - Arbeitsgemeinschaft Gas am 07.09.2016

Schwerpunkte: Transparenzpflichten, PFC-Bildung und Bewertung


Mitgliedersitzung der gasgroup - Arbeitsgemeinschaft Gas am 22.06.2016

Schwerpunkte: Beschaffungsmodelle im Vergleich, Sachstand Zukunft Konvertierungsentgelt


Mitgliedersitzung der gasgroup - Arbeitsgemeinschaft Gas am 02.03.2016

Schwerpunkte: Aktuelle Trends Gasvertrieb im Wärmemarkt und globale Entwicklung des Gasmarkts

News

Umlagen und Entgelte seit 01.04.2017

Neue Umlagen und Entgelte ergeben sich zum 01.04.2017 infolge der Änderungsfestsetzung Konni Gas 2.0. Das Konvertierungsentgelt, das allerdings nur für die Konvertierungsrichtung H-Gas nach L-Gas anfällt, wird ex ante festgelegt und beträgt in dem ersten Geltungszeitraum vom 01.04.2017 bis zum 31.09.2017 0,45 €/MWh im Netzgebiet der NCG und 0,4 €/MWh im Netzgebiet der GASPOOL. Ab dem 01.10.2017 soll das Konvertierungsentgelt jeweils für das ganze Gaswirtschaftsjahr von den Marktgebietsverantwortlichen festgelegt werden. Grundsätzlich gilt dabei eine Obergrenze von 0,45 €/MWh; bei zwingender Notwendigkeit und unter dem Vorbehalt der kurzfristigen Genehmigung durch die BNetzA ist aber auch die kurzfristige Erhöhung des Entgelts über die Obergrenze hinaus möglich.

Die Konvertierungsumlage wird im Marktgebiet NCG zum 01.04.2017 auf 0,04 €/MWh. abgesenkt. GASPOOL erhebt ab 01.04.2017 erstmals auch eine Konvertierungsumlage von 0,022 €/MWh.

Die Bilanzierungsumlagen werden seit dem 01.10.2016 nur noch jährlich festgelegt und betragen im laufenden Geltungszeitraum 0,8 €/MWh (SLP) bzw. 0 €/MWh (RLM) im Marktgebiet NCG und 0,75 €/MWh (SLP) bzw. 0,25 €/MWh (RLM) im Marktgebiet GASPOOL.

Widerrufsvereinbarung in Ratenzahlungsverträgen

Aus Sicht von Unternehmen ist die Beachtung von Verbraucherschutzrechten beim Abschluss von Verträgen immens wichtig. Dies gilt auch für den oft unterschätzten, aber häufig auftretenden Fall von Ratenzahlungsvereinbarungen.

Der Abschluss von Ratenzahlungsvereinbarungen kann aus Sicht des Kunden und des Versorgers sinnvoll sein: Dem Kunden hilft die Vereinbarung bei der Überbrückung von Liquiditätsengpässen, aus Sicht des Versorgers kann sie zur Vermeidung von Zahlungsausfällen, Sperrungen sowie Kündigungen dienen. Wichtig ist – gerade im Bereich größerer Sondervertragskunden – eine anfechtungsfeste Ausgestaltung. Was vielen Versorgern nicht bewusst ist: Wenn es sich bei den säumigen Kunden um einen Verbraucher im Sinne von § 13 BGB handelt, hat der Kunde bei Ratenzahlungsvereinbarungen ein 14-tägiges Widerrufsrecht, über das er bei Vertragsschluss zu informieren ist.

Der Gesetzgeber differenziert dabei zwischen entgeltlichen (§ 506 BGB) und unentgeltlichen Ratenzahlungsvereinbarungen (§ 515 BGB). Nicht überraschend gelten die umfangreichsten Informationspflichten bei entgeltlichen Ratenzahlungsvereinbarungen. Eine Entgeltlichkeit ist gegeben, wenn eine Bearbeitungsgebühr verlangt wird, allerdings auch bereits dann, wenn lediglich Zinsen mit dem gesetzlichen Verzugszinssatz in Rechnung gestellt werden sollen. Weitere Informationspflichten müssen bereits vor Vertragsschluss mit dem Formular der Europäischen Standardinformation für Verbraucherkreditverträge erfüllt werden. Insbesondere muss der Verbraucher über sein Widerrufsrecht belehrt werden.

Werden die gesetzlich vorgesehenen Informationspflichten nicht erfüllt, ist die Folge ein jederzeitiges Widerrufsrecht des Kunden sowie im äußersten Fall die Nichtigkeit der Vereinbarung (§ 494 Abs. 1 BGB).

Fazit: Die Informations- und Belehrungspflichten im Rahmen von Ratenzahlungsvereinbarung sind umfangreicher und komplexer, als man vermuten würde. Es lohnt sich deshalb eine besonders sorgfältige Auseinandersetzung mit den gesetzlichen Vorgaben und etwaigen Fallstricken.

Zielmodell Gas: BNetzA leitet Festlegungsverfahren zum MsbG ein

Am 08.05.2017 hat die Beschlusskammer 7 der BNetzA ein Festlegungsverfahren (Az.: BK7-17-050) zur Umsetzung des Zielmodells Gas im Messwesen eröffnet. Das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG), das am 02.09.2016 in Kraft getreten ist, stellt das zentrale Element der elektronischen Marktkommunikation dar und enthält umfangreiche Vorgaben zum Einsatz neuer Messtechnologien und zur Kommunikation der Messwerte zwischen den Marktakteuren. Dies gilt sowohl im Strom-, als auch im Gasbereich, wenngleich dort auch in geringerem Umfang. Die Beschlusskammern 6 und 7 der BNetzA hatten dazu im Dezember 2016 zunächst erste parallele Übergangsbestimmungen für den Strom- und Gasbereich getroffen. Für den Gassektor bedeutete dies zunächst, dass die Aufgaben des Messstellenbetriebs beim grundverantwortlichen Netzbetreiber belassen wurden. Im Rahmen der Entwicklung eines dauerhaften Zielmodells für den Gasbereich wurden seitdem insbesondere die neuen Anforderungen an die Prozessabläufe bei der Erhebung und Verteilung der Messwerte im Gasbereich diskutiert. Denn die vom MsbG dauerhaft als Zielmodell vorgesehene Zuweisung der Datenerhebung und Aufbereitung sowie Verteilung der relevanten Messdaten an den Messstellenbetreiber stellt sich mit Blick auf die technischen Herausforderungen im Gasbereich weitaus problematischer dar, als im Strombereich.

Um eine dauerhaften Aufgabenverteilung zwischen Messstellenbetreibern und Netzbetreibern mit Blick auf die Erhebung und Verteilung von Messwerten festlegen zu können, hat die BNetzA sich daher zur Klärung einiger Vorfragen entschlossen. Als wesentliche Vorfrage möchte sie konsultieren, ob es im Gassektor dabei bleiben soll, dass der Netzbetreiber für die Datenaufbereitung und -verteilung einschließlich Plausibilisierung und Ersatzwertbildung zuständig ist, oder ob dies - entsprechend dem Strommodell - Aufgabe des Messstellenbetreibers Gas werden soll. Daneben soll konsultiert werden, ob die Umrechnung der ermittelten Kubikmeter in abrechnungsrelevante, plausibilisierte und ersatzwertkorrigierte Energiemengen im Backend des jeweils für die Messwertaufbereitung zuständigen Marktbeteiligten (also Netzbetreiber oder Messstellenbetreiber Gas) oder im Smart Meter Gateway selbst durchgeführt werden soll. Letzteres würde naturgemäß zu einer mediendurchbrechenden Verlagerung der Datenaufbereitung und -verteilung Gas auf den Messstellenbetreiber Strom führen.

Auf der Internetseite der BNetzA findet man zur der Konsultation auch erste Positionspapiere des BDEW und des BNE. Stellungnahmen sind bis zum 31.05.2017 möglich und können in einem für die Weiterverarbeitung durch Standardtextverarbeitungssoftware geeigneten Format (bitte keine Scan-Dateien) an die Adresse messwesen(at)bnetza.de gesendet werden. Ein entsprechendes Formular findet sich auf der Homepage der BNetzA.

Umlagen und Entgelte seit 01.10.2016

Die Entwicklung der Umlagen und Entgelte bleibt auch nach dem 01.10.2016 weiterhin uneinheitlich.

So bleibt zwar das Konvertierungsentgelt (von H-Gas nach L-Gas) sowohl bei Gaspool als auch NCG unverändert, ebenso die auch weiterhin nur von NCG erhobene Konvertierungsumlage. Das VHP-Entgelt dagegen steigt bei NCG geringfügig um 0,02 ct/MWh auf 0,12 ct/MWh an, während es bei Gaspool leicht von 0,16 ct/MWh auf 0,1528 ct/MWh absinkt. Uneinheitlich bleibt insbesondere auch die Entwicklung der RLM-Bilanzierungsumlage. Nachdem Gaspool sie im letzten Halbjahr nicht mehr erhoben hatte, schlägt sie dort ab dem 01.10.2016 mit 0,25 €/MWh wieder zu Buche. Umgekehrt verhält es sich im Marktgebiet von NCG: Bisher betrug die Umlage hier 0,4 €/MWh, ab 01.10.2016 liegt sie bei Null.

Dagegen scheinen sich die Werte der SLP-Bilanzierungsumlage nach uneinheitlicher Entwicklung in der Vergangenheit nun – entsprechend den allgemeinen Erwartungen – über die Marktgebietsgrenzen hinweg anzunähern. Bei NCG verbleibt sie konstant bei 0,8 €/MWh, im Bereich von Gaspool steigt sie von 0 €/MWh auf 0,75 €/MWh an. Ob es sich um einen längerfristigen Trend handelt, bleibt abzuwarten.

Konvertierungsumlage, Konvertierungsentgelt und Bilanzierungsumlage in der Beschaffung

Während der Umgang mit ständig neuen und ansteigenden Umlagen im Strombereich bereits seit Jahren ein viel diskutiertes Thema ist, sah es im Gasbereich lange anders aus. Zwar sahen sich Versorger hier ebenfalls mit immer neuen Umlagen konfrontiert, die die Beschaffung und damit auch den Gaspreis beeinflussen. Das System ist aber längst noch nicht so eingeschliffen wie im Strombereich. Die GaBi Gas 2.0 machte aus der Regel- und Ausgleichsenergieumlage gleich zwei Umlagen: Die SLP-und die RLM-Bilanzierungsumlage. Und auch das Konvertierungsentgelt und die Konvertierungsumlage, mit der Festlegung KONNI Gas der BNetzA schon 2012 eingeführt, sind jüngst wieder in den Fokus gerückt und werden überarbeitet.

Wichtig ist, sich den Unterschied zwischen Strom und Gas bewusst zu machen: Anders als im Strombereich sind die Gasumlagen grundsätzlich vom Bilanzkreisverantwortlichen geschuldet, Abrechnungsbasis sind nicht die dem Letztverbraucher in Rechnung gestellten Mengen. Insofern sind die Gas-Entgelte/-Umlagen in der Gasbeschaffung und in Beschaffungsverträgen besonders zu berücksichtigen, insbesondere bei der Beschaffung über ein Subbilanzkonto. Die Weitergabe der Bilanzierungsumlage ist seit jeher üblich und im Grundsatz nicht zu beanstanden. Ansonsten stellen sich aber viele – auch aus wirtschaftlicher Sicht teils sehr interessante – Fragen: Was sieht der Vertrag für den Fall einer Rückzahlung der Bilanzierungsumlagen oder einer Ausschüttung von Überschüssen aus den Bilanzierungskonten durch den MGV vor? Wie geht der Vorlieferant mit der erstmals zum 01.04.2016 erhobenen Konvertierungsumlage um? Enthält der Vertrag Regelungen dazu bzw. findet sich die Umlage überraschend in Rechnungen wieder? Ist ein möglicherweise anfallendes Konvertierungsentgelt eingepreist, gibt es hierzu vertragliche Vereinbarungen?

Auf diese Fragen gibt es nicht die „eine“ Antwort. Notwendig ist immer eine Prüfung des Einzelfalls und der konkreten Bedürfnisse. Aus Sicht des Gasversorgers ist es notwendig, die Umlagen und die sich ändernden Rahmenbedingungen unter Berücksichtigung der eigenen Beschaffungssituation immer im Blick zu behalten. Die „Spiegelung“ mit dem Vertrieb ist dabei unerlässlich (siehe hierzu nachstehenden Beitrag).

Weitergabe von Umlagen und Entgelten an Letztverbraucher

Der Strompreis für Letztverbraucher besteht bereits seit Jahren zu einem erheblichen Anteil aus Umlagen. Nunmehr gewinnt das Phänomen der regulatorisch vorgegebenen Kostenelemente auch bei der Kalkulation von Gaspreisen zunehmend an Bedeutung. Die Bilanzierungsumlage ist vertraut, auch wenn sie bis in das vergangene Jahr noch Regelenergieumlage hieß. Das Konvertierungsentgelt scheint zu bleiben. Das VHP-Entgelt ohnehin. Und seit April gibt es auch noch die – im Rechtsrahmen zuvor bereits angelegte – Konvertierungsumlage.

Es drängt sich auf, diese regulatorisch vorgegebenen Kostenelemente wie bei Strompreisen aus dem vereinbarten Preis herauszulösen und in der jeweils anfallenden Höhe an die Letztverbraucher weiterzugeben. Insbesondere gegenüber Großverbrauchern und als Ergänzung zu Festpreisen erfreut sich diese Regelungstechnik im Stromvertrieb großer Beliebtheit. Doch im Gas ist Vorsicht geboten. Die genannten regulatorisch vorgegebenen Kostenelemente im Rahmen der Gasbelieferung eignen sich nicht in gleicher Weise für ein solches Durchreichen. Denn diese Umlagen und Entgelte werden auf vorgelagerten Stufen der Liefer- bzw. Bilanzierungskette erhoben. Während z. B. die Weitergabe der RLM-Bilanzierungsumlage trotzdem gut abbildbar ist, kann eine falsch ausgestaltete Weitergabe der SLP-Umlage unangemessen sein. Andere Umlagen und Entgelte sind für den Lieferanten des Letztverbrauchers in ihrer konkreten Gestalt nicht immer unumgänglich. Anders als im Strom sollte daher die separate Weitergabe erst auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden, bevor Sie in die dahingehende Vertragsgestaltung einsteigen.

Energieeffizienz – Herausforderung und Chance für die Gasbranche

Die Notwendigkeit der Energiewende ist gesellschaftlicher und politischer Konsens. Neben dem bisherigen Fokus, die Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen zu stärken, steht seit der Veröffentlichung des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE) noch ein anderer, viel gewichtigerer Schwerpunkt auf der Agenda: die „Energieeffizienz“. Die Energiewende, die durch zahlreiche KfW-, Bundes- und Landesförderprogramme zur Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen vorangetrieben wird, stellt für die Gasversorgung als Brückentechnologie eine enorme perspektivische Herausforderung dar.

Insbesondere Gaslieferanten tun vor diesem Hintergrund gut daran, zu überlegen, wie zukünftig auch mit der eingesparten Kilowattstunde Geld verdient wird und wie Kunden langfristig an den Energieträger Gas gebunden werden können.

Energieeffizienzberatung sollte als neues Geschäftsfeld begriffen und besetzt werden. Die erforderliche energiewirtschaftliche Kompetenz ist bei den EVU zweifelsohne vorhanden.

Der Eintritt in die Energieeffizienzberatung kann gelingen, indem zunächst das Thema „Fördermittel“ besetzt wird und die Kunden durch den Förderdschungel zu für sie sinnvollen Fördermöglichkeiten geleitet werden.

So existieren beispielsweise zahlreiche Förderprogramme, die den Austausch ineffizienter (Gas-)Heizgeräte fördern. Durch die Beratung und Begleitung einer entsprechenden Energieeffizienzmaßnahme einschließlich der Beantragung der Förderungen präsentiert sich das EVU nicht nur als kompetenter Ansprechpartner in energiewirtschaftlichen Fragen. Durch die Investition in eine neue Gas-Heizung wird der Kunde auch langfristig an den Energieträger Gas gebunden.